Ein Debüt, neun Preise, ein Rekord: Bei den Game Awards 2025 räumte Clair Obscur: Expedition 33 neun von 13 möglichen Auszeichnungen ab, darunter Spiel des Jahres. Kein Spiel hatte zuvor mehr Trophäen bei der Show gewonnen. In unserem Expedition 33 Test zeigen wir dir, warum das Erstlingswerk des französischen Studios Sandfall Interactive diesen Erfolg verdient und wo es trotzdem Schwächen hat.
Kurz gesagt: Clair Obscur: Expedition 33 verbindet klassische Rundenkämpfe mit Paraden und Ausweichmanövern in Echtzeit. Dazu kommen eine emotionale, wendungsreiche Geschichte, ein einzigartiger Belle-Époque-Stil und ein herausragender Soundtrack. Kleinere Mängel bei Navigation und Balance trüben das Bild kaum. Unsere Wertung: 9,5 von 10.
Expedition 33 Test: Der Überraschungshit
Clair Obscur: Expedition 33 ist am 24. April 2025 für PS5, Xbox Series X|S und PC erschienen, veröffentlicht von Kepler Interactive. Zum Start war es zudem im Game Pass enthalten. Das Kernteam von Sandfall bestand aus rund 30 Entwicklern, unterstützt von externen Partnern. Das Budget lag Berichten zufolge unter zehn Millionen US-Dollar.
Trotz dieser vergleichsweise kleinen Mittel setzte sich das Spiel gegen die großen Produktionen des Jahres durch. Die Zahlen sprechen für sich:
- Metacritic: 92 Punkte auf PS5, 91 auf PC und Xbox Series X|S
- OpenCritic: 98 Prozent Empfehlungsquote
- Verkäufe: über acht Millionen Einheiten bis April 2026
- Game Awards 2025: neun Preise, darunter Spiel des Jahres
Eine Übersicht aller Gewinner der Preisverleihung findest du bei TechRadar. Unser Expedition 33 Test erklärt, worauf dieser Konsens beruht.

Story und Setting: Eine Welt, die rückwärts zählt
Die Ausgangslage ist ebenso einfach wie grausam. Einmal im Jahr malt die Malerin eine Zahl auf einen gewaltigen Monolithen. Alle Menschen in diesem Alter oder älter lösen sich auf, die Bewohner nennen das Ereignis die Gommage. Jedes Jahr bricht deshalb eine Expedition aus der Stadt Lumière auf, um die Malerin zu vernichten.
Du begleitest die 33. Expedition. Im Mittelpunkt stehen Gustave, Maelle, Lune und Sciel, später stoßen Verso und das Wesen Monoco dazu. Die Erzählung nimmt sich Zeit für ihre Figuren und setzt auf starke Dialoge. Mehrere Wendungen verändern dein Verständnis der Welt grundlegend, und das Ende hängt von einer Entscheidung ab, die du im letzten Akt triffst.
Stimmen und Musik auf Spitzenniveau
Die englische Sprachausgabe gehört zu den besten des Jahrgangs. Charlie Cox spricht Gustave, Jennifer English übernimmt Maelle, Ben Starr ist als Verso zu hören, Andy Serkis als Renoir. Der Soundtrack von Lorien Testard mit Gesang von Alice Duport-Percier begleitet jede Szene mit großer Wucht und Feingefühl. Gerade die Musik wird in fast jedem Expedition 33 Test besonders hervorgehoben.
Der Stil orientiert sich an der französischen Belle Époque. Schwebende Felsen, verzerrte Bauwerke und surreale Landschaften wirken wie gemalte Bilder, die zum Leben erwachen. So entsteht eine Fantasywelt, die sich deutlich von gängigen Genre-Vorbildern abhebt.
Gameplay: Runden mit Reflexen
Das Kampfsystem greift das rundenbasierte Prinzip japanischer Rollenspiele auf und ergänzt es um Echtzeitelemente. Du wählst Angriffe und Fertigkeiten in Ruhe aus, doch sobald der Gegner zuschlägt, zählt dein Timing. Das macht den Kern unseres Expedition 33 Test aus.
Ausweichen, Parieren, Kontern
Gegnerische Angriffe lassen sich mit präzisem Timing ausweichen oder parieren. Gelungene Paraden lösen Konter aus, die oft den Ausgang eines Kampfes entscheiden. Eigene Fertigkeiten verstärkst du durch passende Tastendrücke. Zusätzlich gibt es eine frei zielbare Schusswaffe, mit der du Schwachstellen triffst. Mächtige Gradient-Angriffe bilden die Höhepunkte im Kampf.
Sechs Figuren, sechs Spielstile
Jede spielbare Figur folgt eigenen Regeln. Lune arbeitet mit Elementarflecken, die bestimmte Fertigkeiten verstärken. Maelle wechselt zwischen Kampfhaltungen mit unterschiedlichen Stärken. So entsteht in jeder Gruppenzusammenstellung ein anderes taktisches Zusammenspiel.
Pictos und Lumina
Über Pictos rüstest du passive Effekte aus. Hast du ein Picto oft genug im Kampf genutzt, lernst du den Effekt dauerhaft als Lumina und kannst ihn mit Punkten für alle Figuren freischalten. Das erlaubt sehr freie Charakterbauten und belohnt Experimente. Wer gern an Werten feilt, verliert sich hier für Stunden.
Dieses System sorgt dafür, dass auch Standardkämpfe Aufmerksamkeit verlangen. Bosse werden zu Rhythmusprüfungen, bei denen du Muster lernen musst. Wenn dir das Timing schwerfällt, senkst du einfach den Schwierigkeitsgrad.
Wenn du Lust auf weitere große Rollenspiele hast, wirf einen Blick auf unsere Vorschau zu Final Fantasy VII Revelation.
Technik: Unreal Engine 5 mit kleinen Kanten
Sandfall setzt auf die Unreal Engine 5. Die Entwicklung begann zunächst mit der Vorgängerversion, wechselte dann aber wegen der besseren Beleuchtung und Animationen. Das Ergebnis überzeugt: Weite Landschaften, detaillierte Figuren und filmreife Zwischensequenzen wirken weit hochwertiger, als das Budget vermuten lässt.
Ganz frei von Schwächen ist die Technik nicht. In Einzelfällen treten Unschärfen und kleinere Ruckler auf, die den Gesamteindruck aber kaum trüben. Um die Farben und den Kontrast des Spiels voll auszukosten, lohnt sich ein hochwertiger Bildschirm. Was dabei zählt, erklärt unser Vergleich OLED oder Mini-LED Monitor.

Umfang und Schwächen im Expedition 33 Test
Für die Hauptgeschichte solltest du rund 30 Stunden einplanen. Mit optionalen Gebieten, Bossen und Nebenaufgaben spielst du deutlich länger. Ein kostenloses Update hat zudem ein neues Gebiet, zusätzliche Bosse für das späte Spiel, Kostüme und weitere Sprachen nachgeliefert.
Wo es hakt
Ganz ohne Kritik kommt auch dieses Spiel nicht aus:
- Fehlende Minikarte: In vielen Gebieten fehlt eine Karte, was die Orientierung in verzweigten Arealen unnötig erschwert.
- Erkundung: Die Gebiete selbst bieten abseits der Kämpfe wenig spielerische Abwechslung.
- Balance: Gegen Ende lässt sich das Spiel mit geschickten Kombinationen aus Pictos und Lumina so weit aushebeln, dass selbst schwere Gegner kaum noch Widerstand leisten.
Diese Punkte tauchen in vielen Tests auf. Im Expedition 33 Test fallen sie aber angesichts der Stärken in Story und Kampf kaum ins Gewicht.
Expedition 33 Test: Für wen lohnt sich das Spiel?
Clair Obscur spricht ein breites Publikum an. Diese Gruppen profitieren besonders:
- Fans klassischer Rollenspiele: Du bekommst ein rundenbasiertes System, das sich modern und dynamisch anfühlt.
- Action-Spieler: Das Parade-System verlangt Reaktion und Timing, ähnlich wie in Actionspielen.
- Story-Liebhaber: Die Geschichte gehört zu den bewegendsten der letzten Jahre und wirkt lange nach.
- Preisbewusste Spieler: Zum mittleren Preis erhältst du ein Erlebnis auf dem Niveau großer Produktionen.
Wenn du generell mit Rundenkämpfen nichts anfangen kannst, gibt dir das Echtzeit-Timing vielleicht trotzdem einen neuen Zugang. Wer dagegen ein klassisches Monstersammel-Rollenspiel sucht, schaut in unsere Vorschau zu Dragon Quest Monsters: The Withered World.
Weiterführende Informationen zur Entwicklung und Besetzung findest du im Wikipedia-Artikel zu Clair Obscur: Expedition 33.
Expedition 33 Test im Genre-Vergleich
Clair Obscur besetzt eine Lücke zwischen zwei Lagern. Klassische Rundenkämpfe gelten als taktisch, aber oft passiv. Action-Rollenspiele sind dynamisch, verlangen aber weniger Planung. Die folgende Übersicht aus unserem Expedition 33 Test zeigt, wie Sandfall beide Ansätze verbindet:
| Merkmal | Klassische Rundenkämpfe | Expedition 33 |
|---|---|---|
| Eigener Zug | Befehl auswählen | Befehl auswählen und per Timing verstärken |
| Gegnerischer Zug | Schaden hinnehmen | ausweichen, parieren, kontern |
| Zielen | automatisch | frei zielbare Schusswaffe für Schwachstellen |
| Charakterbau | Ausrüstung und Werte | Pictos, Lumina und figurenspezifische Mechaniken |
Gerade die gegnerische Runde wird so zum spannendsten Moment. Statt zuzusehen, wie deine Lebensleiste schrumpft, liest du Animationen und reagierst im richtigen Augenblick. Eine perfekte Parade fühlt sich dabei ähnlich befriedigend an wie in einem Actionspiel.
Tipps für deinen Einstieg
Mit diesen Hinweisen aus dem Expedition 33 Test kommst du leichter in die Kämpfe:
- Lerne die Muster: Viele Gegner verzögern ihre Angriffe bewusst. Achte auf die Animation statt auf den Rhythmus.
- Ausweichen vor Parieren: Ausweichen hat ein großzügigeres Zeitfenster. Paraden lohnen sich erst, wenn du einen Gegner kennst.
- Nutze die Schusswaffe: Viele Gegner haben Schwachstellen, die du gezielt treffen kannst.
- Lerne Lumina früh: Behalte Pictos ausgerüstet, bis du ihren Effekt dauerhaft gelernt hast, und wechsle dann zu neuen.
Ein Debüt mit Signalwirkung
Der Erfolg von Clair Obscur hat Folgen für die Branche. Ein kleines Studio aus Frankreich beweist, dass ein mutiges Konzept mit klarer Vision auch ohne Riesenbudget ein Millionenpublikum erreicht. Studiochef Guillaume Broche hat bereits angekündigt, dass weitere Spiele im Clair-Obscur-Universum geplant sind. Zusätzlich befindet sich eine Realverfilmung in Entwicklung. Unser Expedition 33 Test zeigt: Diese Welt hat das Potenzial für mehr.
Pro und Contra im Expedition 33 Test
Pro
- emotionale, wendungsreiche Geschichte mit starken Figuren
- rundenbasiertes Kampfsystem mit Parade und Ausweichen bleibt lange spannend
- eigenständiger Belle-Époque-Stil
- herausragender Soundtrack und hochkarätige Sprecher
- flexible Charakterbauten über Pictos und Lumina
- großer Umfang zum fairen Preis
Contra
- keine Minikarte und schwache Orientierung in vielen Gebieten
- Balance lässt sich im späten Spiel aushebeln
- Erkundung abseits der Kämpfe wenig ergiebig
- vereinzelte technische Unsauberkeiten
Fazit zum Expedition 33 Test
Clair Obscur: Expedition 33 ist ein seltener Glücksfall. Ein kleines Team liefert ein Rollenspiel mit eigenständiger Ästhetik, einem Kampfsystem, das Taktik und Reaktion verbindet, und einer Geschichte, die lange nachwirkt. Musik und Sprecher heben die Erzählung auf ein Niveau, das selbst große Studios selten erreichen.
Kleinere Mängel bei Navigation und Balance ändern nichts daran, dass hier ein moderner Klassiker vorliegt. Die Auszeichnung als Spiel des Jahres 2025 ist verdient. Unser Expedition 33 Test endet mit einer klaren Empfehlung: Wenn du Rollenspiele magst, solltest du dieses Abenteuer nicht verpassen.
Wertung: 9,5 von 10
FAQ: Häufige Fragen zum Expedition 33 Test
Wie schneidet Clair Obscur im Expedition 33 Test ab?
Wir vergeben 9,5 von 10 Punkten. Die Geschichte, das Kampfsystem mit Paraden, der Belle-Époque-Stil und der Soundtrack sind herausragend. Abzüge gibt es für die fehlende Minikarte, wenig ergiebige Erkundung und eine Balance, die sich im späten Spiel aushebeln lässt. Bei Metacritic erreicht das Spiel 91 bis 92 Punkte.
Ist Clair Obscur: Expedition 33 rundenbasiert?
Ja, die Kämpfe laufen grundsätzlich rundenbasiert ab. Sobald Gegner angreifen, musst du jedoch in Echtzeit ausweichen oder parieren. Auch eigene Fertigkeiten verstärkst du mit passendem Timing. Dadurch fühlt sich das System dynamischer an als klassische Rundenkämpfe. Wem das Timing schwerfällt, kann den Schwierigkeitsgrad senken.
Wie lange dauert Clair Obscur: Expedition 33?
Für die Hauptgeschichte solltest du rund 30 Stunden einplanen. Mit optionalen Gebieten, Bossen und Nebenaufgaben verlängert sich die Spielzeit deutlich. Ein kostenloses Update hat zudem ein neues Gebiet, zusätzliche Bosse für das späte Spiel und weitere Kostüme hinzugefügt, was den Umfang nochmals erweitert.
Auf welchen Plattformen ist Expedition 33 erhältlich?
Clair Obscur: Expedition 33 ist am 24. April 2025 für PS5, Xbox Series X|S und PC erschienen. Abonnenten des Xbox Game Pass konnten das Spiel ab dem ersten Tag ohne Aufpreis spielen. Entwickelt hat es das französische Studio Sandfall Interactive, veröffentlicht wurde es von Kepler Interactive.
Wie viele Game Awards hat Clair Obscur gewonnen?
Clair Obscur: Expedition 33 hat bei den Game Awards 2025 neun von 13 Nominierungen in Preise umgewandelt, darunter die Auszeichnung als Spiel des Jahres. Damit gewann es mehr Preise als jedes andere Spiel in der Geschichte der Show. Für das Debüt eines kleinen Studios ist das ein außergewöhnlicher Erfolg.
