Die Party kommt nicht zustande, der Voice-Chat bricht ab und das Matchmaking sucht minutenlang nach Mitspielern: Hinter diesen Problemen steckt häufig ein ungünstiger NAT-Typ. Er beschreibt, wie gut deine Konsole oder dein PC über den Router aus dem Internet erreichbar ist. Ist er zu strikt, scheitern viele Verbindungen zu anderen Spielern. In diesem Guide erfährst du, wie du den NAT-Typ auf PS5, Xbox und Switch 2 prüfst und Schritt für Schritt verbesserst.
Kurz beantwortet: Um den NAT-Typ zu ändern, aktivierst du im Router zuerst UPnP und startest Konsole und Router neu. Hilft das nicht, vergibst du der Konsole eine feste IP-Adresse und richtest Portfreigaben ein. Zusätzlich vermeidest du doppeltes NAT. Bei DS-Lite-Anschlüssen hilft oft nur eine vollwertige IPv4-Adresse vom Anbieter.
Was der NAT-Typ bedeutet
NAT steht für Network Address Translation. Dein Router besitzt eine öffentliche IP-Adresse im Internet und verteilt im Heimnetz private Adressen an alle Geräte. Ausgehende Verbindungen übersetzt er automatisch. Bei eingehenden Verbindungen muss er dagegen wissen, welches Gerät gemeint ist, sonst verwirft er die Anfrage. Die technischen Grundlagen erklärt der Wikipedia-Artikel zu Network Address Translation.
Für Online-Spiele ist das entscheidend. Viele Titel nutzen Peer-to-Peer-Verbindungen, bei denen sich Konsolen direkt miteinander verbinden. Auch Partys, Voice-Chat und Lobbys setzen oft auf direkte Verbindungen. Eine strikte Einstufung blockiert genau diese eingehenden Anfragen.
Die Stufen bei PlayStation
- Typ 1: Die Konsole ist direkt ohne Router mit dem Internet verbunden. Das ist selten und aus Sicherheitsgründen nicht empfehlenswert.
- Typ 2: Die Konsole hängt an einem korrekt konfigurierten Router. Das ist das Ziel für fast alle Haushalte.
- Typ 3: Die Verbindung ist strikt. Du kannst dich oft nur mit Spielern mit Typ 2 verbinden, Partys und Voice-Chat machen häufig Probleme.
Die Stufen bei Xbox
- Offen: Du kannst mit allen Spielern Partys bilden, Spiele hosten und beitreten.
- Moderat: Die meisten Funktionen laufen, mit Spielern mit strikter NAT gibt es aber Einschränkungen.
- Strikt: Du kannst dich nur mit Spielern mit offener NAT verbinden und wirst bei Partien oft aus Lobbys geworfen.
NAT-Typen bei Nintendo Switch und Switch 2
Nintendo verwendet Buchstaben. Es gibt die Typen A, B, C, D und F, einen Typ E gibt es nicht. Typ A ist laut Nintendo am besten für Peer-to-Peer-Verbindungen geeignet, Typ B ist ebenfalls gut nutzbar. Bei C und D wird die Verbindung zu manchen Mitspielern zunehmend schwierig. Bei Typ F lassen sich Peer-to-Peer-Verbindungen gar nicht herstellen.
Alle Stufen im Vergleich
| Plattform | Optimal | Eingeschränkt | Problematisch |
|---|---|---|---|
| PlayStation | Typ 1 oder Typ 2 | keine Zwischenstufe | Typ 3 |
| Xbox | Offen | Moderat | Strikt |
| Switch und Switch 2 | A oder B | C | D oder F |
Die Bezeichnungen unterscheiden sich, das Prinzip ist aber überall gleich: Je offener die Einstufung, desto mehr Spieler erreichen deine Konsole direkt. Für ein entspanntes Online-Erlebnis reicht eine mittlere Stufe in vielen Spielen aus. Die strengste Stufe solltest du dagegen immer beheben.
Typische Anzeichen für einen strikten NAT-Typ
- Einladungen zu Partys oder Lobbys schlagen fehl.
- Der Voice-Chat funktioniert nur mit einigen Freunden oder gar nicht.
- Das Matchmaking dauert ungewöhnlich lange.
- Du fliegst während des Spiels aus Sitzungen.
- Du kannst keine eigenen Spiele hosten.
Gerade bei großen Mehrspieler-Starts wie dem von uns analysierten Steam-Start von Modern Warfare 4 fällt eine strikte Verbindung sofort auf, weil Lobbys schnell gefüllt werden müssen.
NAT-Typ prüfen: So gehst du auf jeder Plattform vor
PS5
- Öffne die Einstellungen über das Zahnrad oben rechts.
- Wähle Netzwerk und dann Verbindungsstatus.
- Wähle Internetverbindung testen. Nach dem Test zeigt die Konsole den NAT-Typ an.
Xbox Series X|S
- Drücke die Xbox-Taste und öffne Profil und System > Einstellungen.
- Wähle Allgemein > Netzwerkeinstellungen. Dort steht der aktuelle NAT-Typ.
- Wähle NAT-Typ testen, um eine neue Prüfung zu starten.
Switch 2 und Switch
- Wähle im HOME-Menü die Systemeinstellungen.
- Scrolle zum Bereich Internet.
- Wähle Verbindung testen. Das Ergebnis nennt den NAT-Typ.
Nintendo beschreibt den Test im Support-Artikel zum Verbindungstest.
Windows-PC
Unter Windows 11 findest du unter Einstellungen > Spielen > Xbox-Netzwerk eine Übersicht zur Verbindung. Dort zeigt Windows den NAT-Typ für Xbox-Dienste an und bietet eine Reparaturfunktion.

Firewall am PC prüfen
Am PC verwaltet in der Regel die Windows-Firewall eingehende Verbindungen. Erlaubst du einem Spiel beim ersten Start den Zugriff auf private Netzwerke, legt Windows die passende Regel automatisch an. Fehlt diese Freigabe, nimmt der Rechner trotz guter Router-Einstellungen keine direkten Verbindungen an. Prüfe in diesem Fall unter Windows-Sicherheit > Firewall- und Netzwerkschutz > Zugriff von App durch Firewall zulassen, ob das Spiel freigegeben ist.
Lösung 1: Router neu starten und UPnP aktivieren
Universal Plug and Play (UPnP) erlaubt Geräten, benötigte Ports selbstständig beim Router anzufordern. In vielen Fällen reicht diese Einstellung bereits aus.
- Öffne die Benutzeroberfläche deines Routers im Browser.
- Suche die Option UPnP. Je nach Hersteller liegt sie in den Netzwerk-, Freigabe- oder Sicherheitseinstellungen.
- Aktiviere UPnP und speichere die Einstellungen.
- Starte den Router und die Konsole neu.
- Wiederhole den Verbindungstest.
Beispiel FRITZ!Box
Bei der FRITZ!Box aktivierst du UPnP pro Gerät. Öffne Internet > Freigaben > Portfreigaben, füge deine Konsole über Gerät für Freigaben hinzufügen hinzu und setze den Haken bei Selbstständige Portfreigaben für dieses Gerät erlauben. Je nach FRITZ!OS-Version weichen die Bezeichnungen leicht ab. Eine bebilderte Anleitung findest du bei heise zur Portfreigabe in der FRITZ!Box.
Lösung 2: Feste IP-Adresse und Portfreigaben einrichten
Funktioniert UPnP nicht zuverlässig, gibst du die Ports manuell frei. Damit die Freigabe dauerhaft greift, braucht die Konsole immer dieselbe IP-Adresse im Heimnetz.
- Suche die Konsole in der Geräteübersicht deines Routers.
- Aktiviere die Option, dem Gerät immer dieselbe IPv4-Adresse zuzuweisen.
- Lege in der Portfreigabe einen neuen Eintrag für die Konsole an.
- Trage die benötigten Ports und Protokolle ein.
- Speichere, starte die Konsole neu und teste den NAT-Typ erneut.
Diese Ports brauchen die Plattformen
- Xbox: Port 88 (UDP), 3074 (UDP und TCP), 53 (UDP und TCP), 80 (TCP), 500 (UDP), 3544 (UDP) und 4500 (UDP). Microsoft listet die Ports auf der Seite zu den vom Xbox-Netzwerk verwendeten Ports.
- PlayStation: Für das PlayStation Network werden üblicherweise TCP 80, 443 und 3478 bis 3480 sowie UDP 3478, 3479 und 49152 bis 65535 genannt.
- Nintendo Switch: Nintendo empfiehlt für die Switch eine Freigabe der UDP-Ports 1024 bis 65535.
Öffne nur die Ports, die du tatsächlich brauchst. Jede Freigabe macht ein Gerät ein Stück weiter von außen erreichbar.
Lösung 3: Doppeltes NAT vermeiden
Hängen zwei Router hintereinander, übersetzen beide die Adressen. Das passiert etwa, wenn ein Kabelrouter des Anbieters und ein eigener WLAN-Router gleichzeitig als Router arbeiten. Das Ergebnis ist doppeltes NAT, und die Konsole landet fast immer bei strikt oder Typ 3.
- Prüfe, ob dein zweiter Router im Routermodus arbeitet und eine eigene IP-Vergabe nutzt.
- Versetze das Gerät des Anbieters in den Bridge- oder Modem-Modus, sofern möglich.
- Alternativ betreibst du den zweiten Router als reinen Access Point oder Mesh-Knoten ohne eigene Adressvergabe.
- Ist keiner der Wege möglich, trägst du den zweiten Router im ersten als Exposed Host ein.
Sonderfall: DS-Lite und CGNAT
Viele Anbieter im Kabel- und Glasfasernetz vergeben keine eigene öffentliche IPv4-Adresse mehr. Bei Dual-Stack Lite (DS-Lite) oder Carrier-Grade-NAT teilen sich mehrere Kunden eine IPv4-Adresse. Die eigentliche Adressübersetzung passiert dann beim Anbieter, nicht in deinem Router.
Portfreigaben für IPv4 sind in diesem Fall wirkungslos. Ob du betroffen bist, erkennst du oft in der Router-Oberfläche, die DS-Lite oder eine IPv4-Adresse aus einem privaten Bereich anzeigt. Die Lösung ist meist eine Anfrage beim Anbieter, der den Anschluss auf eine vollwertige IPv4-Adresse umstellen kann. Manche Anbieter tun das auf Nachfrage, andere nur in bestimmten Tarifen.
Checkliste: In dieser Reihenfolge gehst du vor
Verbindungsprobleme haben oft mehrere Ursachen gleichzeitig. Mit dieser Reihenfolge arbeitest du dich vom einfachsten zum aufwendigsten Schritt vor und vermeidest unnötige Änderungen am Router.
- Status der Onlinedienste prüfen: Schau auf der Statusseite von PlayStation Network, Xbox oder Nintendo nach, ob eine Störung vorliegt. Dann liegt das Problem nicht bei dir.
- Neustart: Schalte Konsole und Router vollständig aus, warte etwa eine Minute und starte zuerst den Router, danach die Konsole.
- Verbindungstest: Führe den Test auf der Konsole aus und notiere das Ergebnis.
- UPnP aktivieren: Schalte die Funktion im Router ein und teste erneut.
- Feste IP-Adresse: Weise der Konsole dauerhaft dieselbe Adresse im Heimnetz zu.
- Portfreigaben: Richte die Freigaben für deine Plattform manuell ein, falls UPnP nicht genügt.
- Netzwerkaufbau prüfen: Kontrolliere, ob zwei Router hintereinander arbeiten.
- Anschlussart klären: Prüfe in der Router-Oberfläche oder beim Anbieter, ob du eine eigene öffentliche IPv4-Adresse hast.
Dokumentiere jede Änderung kurz. Verschlechtert sich etwas, machst du sie gezielt rückgängig, statt den Router komplett zurückzusetzen.
Mehrere Konsolen im selben Haushalt
Spielen zwei oder mehr Personen gleichzeitig online, kollidieren manuelle Portfreigaben schnell. Jeder Port lässt sich im Router nur an ein Gerät weiterleiten. UPnP löst dieses Problem automatisch, weil jede Konsole ihre eigenen Ports anfordert. Bei der Xbox wählst du in den erweiterten Netzwerkeinstellungen zusätzlich einen alternativen Port aus, damit sich zwei Konsolen nicht in die Quere kommen.
IPv6 als Ausweg
Moderne Anschlüsse arbeiten zunehmend mit IPv6. Dabei erhält jedes Gerät eine eigene, weltweit gültige Adresse, und die klassische Adressübersetzung entfällt. Ob ein Spiel davon profitiert, hängt aber von Plattform und Spieleserver ab. Viele Mehrspielerdienste setzen weiterhin auf IPv4, weshalb eine vollwertige IPv4-Adresse bei DS-Lite die zuverlässigere Lösung bleibt.
Weitere Tipps für stabile Online-Partien
- LAN statt WLAN: Ein Kabel verbessert nicht den NAT-Typ, aber Stabilität und Ping.
- Router-Firmware aktualisieren: Updates beheben oft Fehler bei UPnP und Portfreigaben.
- VPN deaktivieren: Ein aktives VPN kann den NAT-Typ verschlechtern.
- DMZ nur als letzte Option: Die DMZ- oder Exposed-Host-Funktion öffnet ein Gerät vollständig für eingehende Verbindungen und ist deshalb ein Sicherheitsrisiko.
- Nur ein Gerät pro Port: Zwei Konsolen können nicht dieselbe manuelle Portfreigabe nutzen. Setze hier bevorzugt auf UPnP.
Wer ambitioniert online spielt, sollte das gesamte Setup betrachten. Unser Ratgeber zum Esports-Setup und der wichtigen Hardware zeigt, worauf es neben dem Netzwerk ankommt. Spielt ihr am PC zu mehreren im Haushalt, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Steam-Familie.
Fazit: NAT-Typ ändern in wenigen Schritten
In den meisten Haushalten reicht es, UPnP zu aktivieren und die Geräte neu zu starten. Hilft das nicht, führen eine feste IP-Adresse und gezielte Portfreigaben zum Ziel. Doppeltes NAT beseitigst du mit dem Bridge-Modus oder einem Access Point.
Bei DS-Lite-Anschlüssen liegt der Schlüssel beim Anbieter. Mit einem offenen oder moderaten NAT-Typ, Typ 2 oder Typ A beziehungsweise B laufen Partys, Voice-Chat und Matchmaking wieder reibungslos.
FAQ: Häufige Fragen zum NAT-Typ
Welcher NAT-Typ ist der beste?
Auf der PS5 ist Typ 2 das realistische Ziel, Typ 1 setzt eine direkte Verbindung ohne Router voraus. Bei der Xbox ist Offen ideal. Auf Switch und Switch 2 bietet Typ A die besten Bedingungen, Typ B ist ebenfalls gut nutzbar. Strikte Varianten wie Typ 3, Strikt oder F verursachen die meisten Probleme.
Warum ist mein NAT-Typ strikt?
Häufige Ursachen sind ein deaktiviertes UPnP, fehlende Portfreigaben, doppeltes NAT durch zwei hintereinander geschaltete Router oder ein DS-Lite-Anschluss ohne eigene IPv4-Adresse. Auch ein aktives VPN oder eine Firewall kann den NAT-Typ verschlechtern. Prüfe die Punkte nacheinander und teste nach jeder Änderung erneut.
Ist UPnP ein Sicherheitsrisiko?
UPnP öffnet Ports automatisch, wenn ein Gerät sie anfordert. Das ist bequem, kann aber missbraucht werden, wenn sich Schadsoftware im Heimnetz befindet. Bei der FRITZ!Box erlaubst du UPnP deshalb gezielt nur für einzelne Geräte wie deine Konsole. Halte außerdem die Router-Firmware aktuell.
Welche NAT-Typen gibt es bei Nintendo?
Nintendo unterscheidet die NAT-Typen A, B, C, D und F, einen Typ E gibt es nicht. Typ A eignet sich am besten für Peer-to-Peer-Verbindungen, Typ B ist ebenfalls gut. Bei C und D kann die Verbindung zu manchen Spielern scheitern, bei Typ F sind Peer-to-Peer-Verbindungen nicht möglich.
Hilft ein LAN-Kabel gegen einen strikten NAT-Typ?
Nein, ein LAN-Kabel verändert den NAT-Typ nicht, denn der hängt von Router-Einstellungen und Anschlussart ab. Das Kabel verbessert aber Stabilität, Ping und Paketverlust deutlich. Kombiniere es deshalb mit UPnP oder Portfreigaben, um sowohl eine offene als auch eine stabile Verbindung zu erhalten.
