Nach drei gefeierten Spider-Man-Spielen hat Insomniac Games am 15. September 2026 mit Marvel’s Wolverine den nächsten großen Superheldentitel veröffentlicht, exklusiv für die PS5. In unserem Wolverine Test klären wir, warum das Spiel trotz wuchtiger Kämpfe und glänzender Technik deutlich verhaltener aufgenommen wurde als seine Vorgänger. Und wir sagen dir, für wen sich der Kauf trotzdem lohnt.
Kurz gesagt: Marvel’s Wolverine ist ein lineares, technisch herausragendes Actionspiel mit brachialem Nahkampf und einer starken Hauptfigur. Die Geschichte bleibt vorhersehbar, die Kämpfe wiederholen sich ab der Spielmitte, und das Spiel nimmt dich zu oft an die Hand. Unsere Wertung: 7,5 von 10.
Wolverine Test: Die Kritik ist gespalten
Die Erwartungen waren gewaltig, schließlich erreichte Marvel’s Spider-Man 2 bei Metacritic 90 Punkte. Marvel’s Wolverine steht dort bei 77 Punkten, auf OpenCritic empfehlen nur rund zwei Drittel der Kritiker das Spiel. Damit ist es laut mehreren Fachmedien das am schwächsten bewertete Insomniac-Spiel seit rund zehn Jahren.
Die Spannbreite der Einzelwertungen ist enorm. IGN, GameSpot und GamesRadar landen jeweils bei 6 von 10, Push Square und TheGamer vergeben 8 von 10, Game Informer sogar 8,5. Am anderen Ende steht Giant Bomb mit 2,5 von 5 Sternen. Einen guten Überblick über die Stimmen bietet die Wertungsübersicht von Push Square.
Kommerziell ist der Start dennoch solide. Das Marktforschungsunternehmen Alinea Analytics schätzt rund 1,9 Millionen verkaufte Exemplare in den ersten drei Tagen. Unser Wolverine Test erklärt, woher die gemischten Reaktionen kommen und wo die Kritik berechtigt ist.

Story und Setting: Logan vor den X-Men
Insomniac erzählt keine Entstehungsgeschichte. Das Spiel spielt im selben Universum wie die Spider-Man-Spiele, Überschneidungen gibt es aber kaum. Die X-Men existieren noch nicht. Logan gehörte einst zum Team X, einer Einsatztruppe aus Mutanten, zu der auch Sabretooth und Mystique zählen. Geführt wird das Team vom Wissenschaftler Nathaniel Essex.
Drei Jahre nach seinem Ausstieg kehrt der unter Gedächtnisverlust leidende Logan zu seinen alten Kameraden zurück. Gemeinsam ermitteln sie gegen Bolivar Trask, einen milliardenschweren Mutantenfeind, dessen Söldnertruppe der Reavers Mutanten verschleppt. Im Verlauf stößt Jean Grey dazu, und die Geschichte deckt nach und nach auf, welche Rolle Essex in diesem Konflikt spielt.
Schauplätze rund um den Globus
Der Einstieg führt dich nach Telambang, später geht es in die Unterstadt von Madripoor, nach Japan und nach Kanada. In Japan triffst du auf die Ninjas der Hand, in Madripoor und Kanada auf die Reavers. Als Rückzugsort dient die Princess Bar, wo du dich mit deinen Verbündeten und Jean Grey austauschst.
Starke Hauptfigur, schwaches Drehbuch
Liam McIntyre spricht Logan und verleiht ihm eine verletzliche, oft überraschend witzige Note. Die Rivalität mit Sabretooth und die Beziehung zu Jean Grey gehören zu den emotionalen Stärken. Der Ton ist erwachsener als bei Spider-Man und erinnert eher an den Film Logan.
Der Plot selbst überzeugt dagegen wenig. Viele Wendungen kündigen sich früh an, Nebenfiguren bleiben flach, und die großen Momente verpuffen häufig. Genau dieser Punkt zieht sich durch fast jeden Wolverine Test der großen Fachmedien.
Gameplay: Wut als zentrale Ressource
Das Kampfsystem ist im Wolverine Test die größte Stärke des Spiels. Es wirkt schwerer und direkter als bei Spider-Man. Logan springt auf Gegner zu, kombiniert leichte Angriffe mit schweren Finishern und schaltet einzelne Feinde aus dem Hinterhalt mit einem einzigen Schlag aus. Oft stehen dir ein Dutzend bewaffnete Gegner gleichzeitig gegenüber.
Die drei Wutstufen
Herzstück ist die Wutleiste. Treffer, Kills und Paraden füllen sie und schalten drei Stufen frei:
- Stufe 1: Logan regeneriert Gesundheit, solange er nicht unter Beschuss steht.
- Stufe 2: Kombos und Spezialangriffe richten mehr Schaden an. Zusätzlich steht Last Stand bereit, mit dem du dich einmalig nach einem Niederschlag wieder aufrappelst.
- Stufe 3: Der Berserkermodus maximiert den Schaden und ermöglicht kritische Treffer sowie sofortige Hinrichtungen.
Diese Struktur belohnt aggressives Spiel. Wer ständig ausweicht, baut keine Wut auf und verliert damit sowohl Heilung als auch Schlagkraft.
Paraden, Techniken und Sinne
Gegnerische Angriffe sind farblich markiert. Blaue Attacken lassen sich parieren, rote sind nicht blockbar, goldene versprechen hohes Risiko und hohe Belohnung. Über Stufenaufstiege schaltest du sechs Spezialtechniken wie Tornado Spin oder Knee Breaker frei, von denen bis zu vier gleichzeitig auf dem Steuerkreuz liegen. Mit den Enhanced Senses verfolgst du Spuren und planst Schleichangriffe.
Für Abwechslung sorgen Störsender, die Logans Fähigkeiten und seine Heilung blockieren. Dann kämpfst du nur mit Grundangriffen, bis du die Geräte zerstörst. Bei den Bosskämpfen gegen Omega Red, Lady Deathstrike und einen Sentinel-Prototyp zeigt das System sein Potenzial. Der Sentinel gilt in vielen Tests als Höhepunkt, Omega Red als überraschend leicht.
Wo das Kampfsystem an Grenzen stößt
Ab der Spielmitte schleicht sich Routine ein. Echte Kombos gibt es wenige, die Gegnervielfalt ist begrenzt, und neue Ideen tauchen kaum noch auf. Spider-Man bot durch Netzschwingen und Gadgets schlicht mehr Variation. Wer gern experimentiert, stößt in unserem Wolverine Test schnell an die Grenzen des Repertoires.
Leveldesign und Führung: Zu viel Hilfe
Ein wichtiger Punkt im Wolverine Test ist die Struktur. Insomniac verzichtet bewusst auf eine offene Welt. Marvel’s Wolverine ist ein lineares Actionspiel mit inszenierten Abschnitten und wenigen offeneren Arealen. Das verhindert den Ballast vieler moderner Open-World-Titel und sorgt für ein straffes Tempo.
Gleichzeitig wirkt die Führung übertrieben. Logan klettert nur an Flächen, die mit weißer Farbe markiert sind. Rätsel lösen oft deine Begleiter, Hinweise erscheinen bis spät ins Spiel. Für die Spurensuche liefert das Spiel immerhin eine erzählerische Erklärung, für Farbmarkierungen und Einblendungen nicht.
Wenn du dir mehr Freiheit wünschst, hilft ein Blick auf andere Actionspiele mit stärkerem Kampffokus. Unser Bericht zu den Wertungen zu Phantom Blade Zero zeigt, wie ein Nahkampfsystem mehr Tiefe erzeugen kann.

Technik: Ein Schaufenster für die PS5
Im Wolverine Test zeigt sich schnell: Technisch liefert Insomniac gewohnt hohe Qualität. Gesichtsanimationen, Motion Capture und Sprecher werden in nahezu allen Tests gelobt. Die Schauplätze in Japan und Madripoor sehen detailreich aus, auch wenn die eingeschränkten Areale sie weniger lebendig wirken lassen. Die Gewaltdarstellung ist explizit, das Spiel hat in den USA eine Altersfreigabe ab 17 Jahren erhalten.
- PS5 Pro: eigene Modi mit Raytracing für Leistung und Grafik
- 120-Hz-Displays: Option für eine Ausgabe mit 40 Bildern pro Sekunde
- DualSense: haptisches Feedback, das jeden Krallenhieb spürbar macht
Für die beste Darstellung empfiehlt sich ein schneller Bildschirm. Was beim Display wirklich zählt, erklären wir in unserem Vergleich OLED oder Mini-LED Monitor. Da das Spiel viel Platz belegt, lohnt sich außerdem ein Blick auf unseren Ratgeber zum Thema PS5 Speicher erweitern.
Umfang und Nebeninhalte
Die Spielzeit hängt stark von deinem Tempo ab. The Verge nennt rund 13 Stunden für die Kampagne, andere Tests kommen auf 18 bis 22 Stunden. Unsere Einschätzung aus dem Wolverine Test: Mit etwa 15 Stunden für die Geschichte solltest du rechnen.
Die Nebeninhalte fallen dünn aus:
- Nightmare Doors: Herausforderungsräume mit Zeitlimit, die Fähigkeitspunkte und verlorene Erinnerungen freischalten. Du kannst sie über das Menü wiederholen.
- Whiskeyflaschen: versteckte Sammelobjekte, mit denen du den schlanken Fähigkeitenbaum ausbaust.
- Materialkisten: beschleunigen das Freischalten von Kostümen und Krallenvarianten.
- New Game Plus: für einen zweiten Durchgang mit allen Fähigkeiten.
Weil die Levels linear sind, musst du verpasste Sammelobjekte über die Missionsauswahl nachholen. Insgesamt reicht das nicht, um langfristig zu motivieren. Diesen Eindruck bestätigt auch der Wikipedia-Eintrag zur Rezeption, der die dünnen Nebeninhalte als häufigen Kritikpunkt aufführt.
Wolverine Test im Vergleich: Für wen lohnt sich das Spiel?
Der direkte Vergleich mit Insomniacs eigenen Spielen fällt deutlich aus. Die folgende Übersicht fasst zusammen, wie sich Marvel’s Wolverine einordnet:
| Spiel | Metacritic | Struktur | Stärke |
|---|---|---|---|
| Marvel’s Spider-Man 2 | 90 | offene Stadt | Bewegung und Abwechslung |
| Marvel’s Wolverine | 77 | linear | wuchtiger Nahkampf |
Die Zahlen zeigen, dass Wolverine kein schlechtes Spiel ist, aber den eigenen Maßstab verfehlt. Aus unserem Wolverine Test ergeben sich drei klare Zielgruppen:
- Fans der Figur: Logans Kampfstil, seine Wut und seine Verletzlichkeit wurden nie besser umgesetzt. Wenn du Wolverine liebst, kommst du auf deine Kosten.
- Freunde kompakter Actionspiele: Wer keine Lust auf überladene Karten mit Hunderten Symbolen hat, schätzt die straffe Struktur und das hohe Tempo.
- PS5-Pro-Besitzer: Die Raytracing-Modi und die Animationsqualität machen das Spiel zu einem der schönsten Exklusivtitel der Konsole.
Weniger glücklich wirst du, wenn du ein tiefes, frei kombinierbares Kampfsystem oder eine lange Spielwelt zum Erkunden suchst. Dann bieten Spiele mit mehr spielerischer Freiheit mehr für dein Geld. Einen Eindruck vom Spielgefühl kurz vor dem Start vermittelt der Anspielbericht im offiziellen PlayStation Blog, der die Mechaniken ausführlich vorstellt.
Schwierigkeit und Zugänglichkeit
Das Spiel bietet mehrere Schwierigkeitsgrade, darunter die anspruchsvolle Stufe Mutant. Selbst dort bleiben einige Bosse überraschend zahm, während größere Gegnergruppen dich durchaus fordern. Einsteiger profitieren von der Gesundheitsregeneration zwischen den Kämpfen und von der Möglichkeit, Last Stand als Rettungsanker zu nutzen. Erfahrene Actionfans vermissen im Wolverine Test dagegen echte Herausforderungen, die das Kampfsystem bis an seine Grenzen treiben.
Preis und Kaufempfehlung
Zum Start kostet das Spiel den üblichen Vollpreis für PS5-Exklusivtitel. Angesichts der überschaubaren Spielzeit und der dünnen Nebeninhalte rät ein Teil der Fachpresse dazu, auf einen Rabatt zu warten. Wir schließen uns dem für Spieler an, die nicht vorrangig wegen Logan zugreifen. Wer die Figur liebt, kann bedenkenlos zum Vollpreis zuschlagen, denn für diese Gruppe fällt das Fazit aus dem Wolverine Test klar positiv aus.
Pro und Contra im Wolverine Test
Pro
- wuchtiges, brutales Kampfsystem mit cleverer Wutmechanik
- starke Bosskämpfe, allen voran der Sentinel
- Liam McIntyre als glaubwürdiger, vielschichtiger Logan
- herausragende Animationen, Grafik und DualSense-Haptik
- straffe, lineare Struktur ohne Open-World-Ballast
Contra
- vorhersehbare Geschichte mit flachen Nebenfiguren
- Kämpfe wiederholen sich ab der Spielmitte
- übertriebene Führung durch Farbmarkierungen und Hinweise
- dünne Nebeninhalte und wenig Wiederspielwert
- spielerisch weniger Abwechslung als die Spider-Man-Spiele
Fazit: Wolverine Test mit Wertung
Marvel’s Wolverine ist das beste Wolverine-Spiel, das es bisher gibt, und ein technisches Glanzstück auf der PS5. Das Kampfsystem fängt Logans Wildheit ein, die Wutleiste verbindet Heilung und Angriff zu einer spannenden Entscheidung. Liam McIntyre trägt die Figur mühelos.
Für ein Projekt dieser Größenordnung fehlt aber der Mut. Die Geschichte bleibt vorhersehbar, das Leveldesign hält dich an der kurzen Leine, und spätestens ab der Spielmitte kennst du fast alle Tricks. An die Klasse der Spider-Man-Spiele reicht Wolverine nicht heran. Wenn du einen blutigen, filmischen Actiontitel suchst und mit ständiger Führung leben kannst, wirst du gut unterhalten. Alle anderen warten auf einen günstigeren Preis.
Ob du für Spiele wie dieses bei der Konsole bleibst oder auf PC wechselst, beantwortet unser Ratgeber Konsole oder Gaming-PC 2026. Unser Wolverine Test endet mit einer klaren Empfehlung für Fans der Figur und einem Achtungszeichen für alle, die Insomniacs gewohnte Brillanz erwarten.
Wertung: 7,5 von 10
FAQ: Häufige Fragen zum Wolverine Test
Wie gut ist Marvel’s Wolverine laut Wolverine Test?
Wir vergeben 7,5 von 10 Punkten. Das Kampfsystem mit der Wutleiste, die Technik und Liam McIntyre als Logan überzeugen. Abzüge gibt es für die vorhersehbare Geschichte, wiederholte Kämpfe und eine übertriebene Führung. Bei Metacritic steht das Spiel bei 77 Punkten, deutlich unter Spider-Man 2 mit 90 Punkten.
Wann ist Marvel’s Wolverine erschienen und für welche Plattform?
Marvel’s Wolverine ist am 15. September 2026 erschienen. Entwickelt hat es Insomniac Games, veröffentlicht wurde es von Sony Interactive Entertainment. Das Spiel ist exklusiv für die PS5 erhältlich und bietet auf der PS5 Pro eigene Grafikmodi mit Raytracing. Auf anderen Plattformen ist es derzeit nicht erhältlich.
Wie lange dauert Marvel’s Wolverine?
Für die Kampagne brauchst du je nach Spielweise etwa 13 bis 22 Stunden. Wer direkt der Geschichte folgt, ist eher am unteren Ende. Wer alle Whiskeyflaschen, Materialkisten und Nightmare Doors erledigt, spielt länger. Nach dem Abspann steht zusätzlich ein New-Game-Plus-Modus bereit.
Hat Marvel’s Wolverine eine offene Spielwelt?
Nein, Insomniac setzt bewusst auf eine lineare Struktur. Du reist zwischen Schauplätzen wie Madripoor, Japan und Kanada, die einzelne offenere Areale enthalten. Eine frei erkundbare Stadt wie in den Spider-Man-Spielen gibt es nicht. Das sorgt für ein straffes Tempo, schränkt aber die Erkundung deutlich ein.
Spielt Marvel’s Wolverine im Spider-Man-Universum?
Ja, das Spiel ist im selben Universum angesiedelt wie Insomniacs Spider-Man-Reihe. Direkte Überschneidungen gibt es jedoch kaum. Die Handlung spielt vor der Gründung der X-Men und konzentriert sich auf Logan, Team X mit Sabretooth und Mystique sowie den Konflikt mit Bolivar Trask und Nathaniel Essex.
